Nischenkulturen
Unterkategorien
Buchweizen
Fagopyrum esculentum
Familie: Knöterichgewächse (Polygonaceae)
Buchweizen gehört botanisch zu den Knöterichgewächsen und zählt zu den Pseudogetreiden [1]. Die Kultur stammt ursprünglich aus Mittelasien und Sibirien und wurde in der Schweiz bis in die 1970er-Jahre im Puschlav und Tessin traditionell angebaut [1]. Aufgrund seiner geringen Ansprüche an den Boden, der schnellen Jugendentwicklung und starken Konkurrenzkraft gegenüber Beikräutern gilt Buchweizen insbesondere im ökologischen Pflanzenbau als attraktive Ergänzung der Fruchtfolge [2]. Die Kultur ist frostempfindlich, weist jedoch eine kurze Vegetationszeit auf, was den Anbau auch in höheren Lagen und als Zweitkultur ermöglicht [3]. Zudem stellt er durch die lange Blühdauer während rund sechs Wochen eine wertvolle Pollen- und Nektarquelle für bestäubende Insekten dar [2].
Rispenhirse
Panicum miliaceum L.
Familie: Süssgräser (Poaceae)
Die Rispenhirse war in der Schweiz bis ins 19. Jahrhundert ein wichtiges Grundnahrungsmittel [3]. Die einjährige Kultur stammt ursprünglich aus Asien und ist gut an warme und trockene Standorte angepasst [3]. Aufgrund der Intensivierung der Landwirtschaft wurde ihr Anbau stark zurückgedrängt, erlebt jedoch im Biolandbau seit den 2000er-Jahren eine gewisse Renaissance [1]. Die Rispenhirse ist glutenfrei und wird vor allem für die menschliche Ernährung genutzt, z. B. in Form von ganzen Körnern, Flocken oder Mehl [2] [4]. In der Schweiz wurde durch Anbauversuche und Praxiswissen insbesondere im Biolandbau Know-how zu Anbau, Aufbereitung und Vermarktung aufgebaut [1].
Körnersorghum
Sorghum bicolor (L.) Moench
Familie: Süssgräser (Poaceae)
Körnersorghum gehört zur Familie der Süssgräser und zählt weltweit zu den fünf wichtigsten Getreidearten [1]. Die einjährige C4-Pflanze stammt ursprünglich aus Afrika und ist gut an heisse und trockene Standorte angepasst [1] [4]. Im Vergleich zu Mais weist Sorghum eine höhere Trockenstressresistenz auf, da es bei Wassermangel das Wachstum temporär einstellen kann [4]. In der Schweiz wird Körnersorghum bislang nur auf kleinen Flächen angebaut und gilt als Nischenkultur, gewinnt jedoch im Zuge des Klimawandels an Relevanz [1]. Die Körner sind glutenfrei und eignen sich sowohl für die menschliche Ernährung als auch für die Fütterung [5].
Süsskartoffel
Ipomoea batatas (L.) Lam.
Familie: Windengewächse (Convolvulaceae)
Die Süsskartoffel gehört zur Familie der Windengewächse und stammt ursprünglich aus Mittelamerika bis in den Norden Südamerikas [1]. Weltweit zählt sie nach Kartoffel und Maniok zu den wichtigsten Knollenpflanzen für die menschliche Ernährung [1]. In Europa wird der Bedarf bislang grösstenteils durch Importe gedeckt, während der regionale Anbau zunehmend an Bedeutung gewinnt [3]. Anbauversuche in Süddeutschland zeigen, dass unter geeigneten klimatischen Bedingungen wirtschaftliche Erträge möglich sind [3]. Für mitteleuropäische Standorte sind insbesondere die hohe Wärmebedürftigkeit sowie die empfindliche Nacherntebehandlung entscheidend für den erfolgreichen Anbau [2].